Freude am Morgen
Schlaf am Abend
Was sonst?

Ekon

Ein Mysterium ist unergründlich.
Daher heißt es Mysterium.
Man kann es leben … nicht in Worte fassen.

Hier kommt ein gelebtes Mysterium …
das Mysterium Meditation.

Es ist unergründlich
und kann nicht gesagt werden.

Es wird gelebt,
gesungen, getanzt
und gelacht

Das Nichts drückt sich aus,
es spielt.

So spiele ich hier
mit den Beiträgen
und Bildern,
Haikus von Zen Meistern
und Inspirationen von Osho.

Das Mysterium wird gelebt!

Anand Pakhi

Das Leben ist kein Problem,
das gelöst werden muss.
Es ist ein Mysterium,
das gelebt werden will.

Osho

Mysterium Tod

Was bedeutet Ästhetik im Sterben?

Hallo Pakhi, was genau verstehst Du eigentlich unter Ästhetik beim Sterben? Liebe Grüsse.

Liebe Freundin,

für mich bedeutet Ästhetik eine überaus feinsinnige, lebendige und natürliche Schönheit. Es gibt nichts Destruktives darin, nicht einmal einen Hauch davon. Alles ist in Einklang mit sich und allem Anderen.

Alles ist über sensible Bahnen miteinander verbunden und bildet so eine lebendige Harmonie.

In Bezug auf das Sterben benutze ich das Wort ästhetisch, weil es für mich andeutet, dass im Sterben etwas da ist, was ich oben beschrieben habe. Eine überaus feinsinnige, natürliche, lebendige Schönheit, die niemals auch nur den Hauch von Negativität in sich trägt.

Alles ist in einem leichten und von Grund auf konstruktivem Zustand.

Ästhetik ist eine Lebensweise, eine Kunst. Sie ist kein Talent oder eine Fähigkeit, die dem einen bei seiner Geburt gegeben wurde und dem anderen nicht. Jeder kann sie entwickeln, jeder kann sie in sich wachsen lassen.

Diese besondere Leichtigkeit, die die Grundenergie der Ästhetik ist, steht im direkten Gegensatz zu allem, was so normalerweise in unserer Welt gelehrt wird. Daher gibt es auch nur wenig Ästhetik hier.

Man muss sie entwickeln, über konstantes Loslassen und Entspannen, über Vertrauen und Hingabe an die Existenz. Über Verstehen, was in Einklang mit allem ist und dieses fördern und leben.

In dem Moment, in dem du in Einklang bist mit der Existenz, bist du auch ästhetisch, egal wie es aussieht. Egal, wie du dich verhältst, du wirst ästhetisch sein.

Und Meditation ist der Schlüssel dafür. Je meditativer du bist, das heißt, je mehr du alles losgelöst um dich und in dir beobachten kannst, ohne anzuhaften an den Dingen, Menschen, Gedanken, Gefühlen, desto ästhetischer wirst du.

Denn so beginnt das, was immer da ist in dir – dein eigenes Licht zu leuchten.

Und das ist Ästhetik.

Ästhetisches Sterben bedeutet ein Sterben in Lebendigkeit und Meditation.

Einen lieben Gruß an dich
von
Pakhi

Einsames Sterben im Krankenhaus

Hallo , mein Vater ist im Krankenhaus 2010 verstorben. Ich hatte immer ein sehr inniges Verhältnis zu meinem Vater und bin zutiefst schockiert, dass die Klinik mich nicht angerufen hat, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert hat.

Ich war zum Zeitpunkt seines Todes auf der Arbeit und erhielt erst die Nachricht nach seinem Tode. Ich bin verzweifelt, dass ich nicht bei ihm war, ich habe auch schon mit den Ärzten gesprochen, da ich sein Sterben im Krankenhaus als menschenunwürdig empfinde … und besorgt bin um alle anderen Patienten denen es ähnlich ergehen wird!!

Mein Vater war mit Medikamenten ruhig gestellt worden und konnte sich nicht mehr mitteilen … Ich bin tieftraurig und verzweifelt und mache mir Vorwürfe, dass ich nicht bei ihm war.

Liebe Freundin,

ich verstehe Ihre Traurigkeit über das Sterben Ihres Vaters.

Aber manchmal ist es anders, als es offensichtlich aussieht.

Vielleicht war es für Ihren Vater gut, dass er alleine gestorben ist. Manchmal können die Sterbenden nicht gehen, wenn die Angehörigen bei ihnen sind. Und was mich betrifft, bin ich sowieso der Meinung, dass es besser ist, alleine zu sterben, als wenn jemand da ist.

Sie brauchen nicht traurig zu sein – Ihrem Vater geht es nun bestimmt besser als vorher. Er ist auf seiner Reise, die er sowieso ohne Sie lebt. Es bedarf der Zeit der Trennung, wenn ein geliebter Mensch geht.

So schmerzhaft es ist, aber wir müssen unsere Lieben gehen lassen – und je freudiger und akzeptierender, desto besser für alle Beteiligten. Die Umstände im Krankenhaus haben Ihrem Vater sicherlich geholfen, loszulassen.

Und dass er ruhig gestellt war, muss nicht unbedingt schlecht sein. Auch das hilft, den Ablöseprozess im Sterben entspannt geschehen zu lassen.

Haben Sie Vertrauen, dass es gut war, so wie es passierte.

Mit einem freundlichen Gruß
Pakhi

Liebe Pakhi,

vielen herzlichen Dank für die liebevollen und aufbauenden Zeilen!

Ich habe über Ihre Worte nachgedacht und bin zu der Überzeugung gekommen, dass es im Sinne meines Vaters war, seinen Weg alleine gehen zu können. Meine Traurigkeit und mein nicht „Loslassen -Wollen “ – hätten ihn nur noch zusätzlich gequält und festgehalten .

Tief in meinem Inneren weiß ich, dass er nun seinen Frieden gefunden hat und dass er auf der anderen Seite des Weges ist … dort wo das goldene Licht ist.

Ich danke Ihnen so sehr,
alles Liebe

Der Sterbebegleiter als Freund?

Liebe Pakhi, da ist eine Frage aufgetaucht: Du sagst, dass man bei einem Sterbenden besser ein Freund als ein Verwandter sein soll. Ich verstehe diesen Ausspruch von dir nicht.

Was meinst du damit? Was ist so schlimm daran, dass ich das Kind meiner Mutter bin und als ihre Tochter sie auch im Sterben begleiten will? Einen Gruß

Liebe Freundin,

das stimmt. Ich sage, dass es besser ist, wie ein Freund zu sein, an Stelle einer Familienangehörigen.

Das hat folgenden Grund: Wenn du von der Sterbenden als deiner Mutter sprichst, und dich auch so auf sie einstellst, dann bringst du sie in Probleme.

Denn im Sterben verlieren wir alle Bindungen. Unsere Energien ziehen sich aus der bisher gewohnten Welt nach Innen. Und wir sind nur noch auf diesen kommenden, mysteriösen Moment ausgerichtet, bei dem wir unseren Körper verlassen.

Deine Mutter ist dann nicht mehr deine Mutter, sie ist das Wesen, das sie immer war und immer sein wird. Sie ist im Sterben nicht geformt in einer Weise, wie du sie kanntest, wenn du dich auf sie als Mutter beziehst. Sie verlässt dieses Leben, in dem sie deine Mutter war. Sie wird davon befreit.

Wenn du dich auf sie beziehst als Mutter, sie in alter Gewohnheit als Kind zu ihr sprichst, wie du das eben immer getan hast, dann förderst du ihre Identifikation mit dieser Rolle. Und die Bindung zu diesem Leben wird gestärkt.

Doch wenn du ihr in diesem Ablösungsprozess helfen wolltest, solltest du sie darin unterstützen, sich auf den Flug ins Unbekannte einzulassen.

Ziehe dein liebes Familienmitglied nicht hinunter in das Leben, das nun zu Ende geht. Sondern hilf ihr, alles loszulassen. Auch die Kinder, die sie so sehr liebte. Hilf ihr, voranzugehen, weiterzugehen, was auch kommen mag, wohin der Weg sie auch führt.

Versuche als Sterbebegleiter selbst frei zu werden von der Bindung an deine Mutter, lass sie los und siehe sie als jemanden, der nichts mehr mit dir zu tun hat. Nur die Liebe zwischen euch bleibt bestehen, sonst nichts.

Keine Erinnerungen, keine Anhänglichkeit, keine Erlebnisse binden euch mehr aneinander.

Ihr seid dann wie Freunde. Jeder geht seinen Weg. Eine gewisse Distanz liegt zwischen euch, doch auch eine freundliche Empathie und Liebe mit dem anderen.

Wenn du dich deiner Mutter gegenüber als Sterbebegleiter wie ein Freund verhältst, dann begleitest du sie auf ihrem Weg. Du vermittelst ihr nicht, dass du traurig bist, dass du sie als Mutter verlierst. Sondern du hilfst ihr, ihre Innerlichkeit zu leben.

Wenn ich sage, dass es besser ist ein Freund für einen Sterbenden zu sein, dann meine ich, dass Liebe, Freundlichkeit und Fürsorge im Raum sind. Der sterbende Freund wird von dir nicht alleine gelassen, sondern in seiner kommenden Ergebung in die Existenz gefördert.

Schaffe für deine Mutter einen Tempel, ein ästhetisches Ambiente. Setz dich zu ihr, sei still mit ihr – begleite sie. Genieße die Intensität des Moments.

Aber sprich nicht von vergangenen Erlebnissen. Sie sind vorbei und haben keine Relevanz mehr für sie.

Verstehst du, was ich meine?
Ich hoffe, ich konnte dir diesen Unterschied ein wenig vermitteln, was es bedeutet, sich wie ein freundlicher Sterbebegleiter zu verhalten und warum es besser ist, die alten Beziehungsmuster aufzugeben.

Ich schicke dir einen lieben Gruß

Pakhi

Still sitzen
nichts tun
der Frühling kommt
und das Gras wächst von alleine

Basho

Gesang aus dem No-Mind
In Ehrerbietung an das Mysteriöse

Was ist Meditation?

Meditation bedeutet:

  • Sanftes Zuschauen des Körpers, der Gedanken und Gefühle
  • Zeuge sein von ihnen
  • ein Spiegel Sein von dem was ist
  • nicht zu Bewerten

Und:

  • Tiefe Entspannung im Inneren
  • Leichtigkeit
  • Nichts Tun


Das bedeutet Meditation.

» mehr darüber lesen, was Meditation ist

Nach innen wenden

Meditation heißt, sich nach innen zu wenden. Tief nach innen zu gehen, in den Bauch, in das Zentrum. Dort findet sich eine wache Klarheit, awareness, die wir sich ausbreiten lassen, überall hin in unser Sein.

Diese Klarheit ist unser Leben. Sie ist unsere Schönheit, unsere Stille. Der Körper ist nur eine Hülle, die Gedanken sind nur Luftblasen und die Gefühle sind nur verklebte Anhänglichkeiten. Die wache Klarheit in unserem Zentrum dagegen ist das reine Leben. Unser Leben. Aus ihm entspringt alles.

Das Mysterium
von Meditation

Wenn wir nach innen gehen,  
in Meditation,  
tief in unseren Bauch,  
in die Mitte unseres Bauchs,  
kommen wir zu unserem Zentrum. 

Wir begegnen unserem Mysterium. 

Es ist ein Raum, ein Space, 
der unbegrenzt ist.
Der weite Himmel,
so klar und weit
und innen.

Dieses Mysterium von Meditation
öffnet alle Wunder
unserer Existenz.

Unser Leben klärt sich,
unsere Natur kommt zum Vorschein,
unsere ursprüngliche Originalität
zeigt sich,
und wir erblühen darin.

Im Alltag zeigt sich dieses Erblühen
durch mysteriöse Geschehnisse.
Alles harmonisiert sich,
im Innen wie im Außen.

Das Leben wird einfach
und unkompliziert.
Und schon einem Vogel zuzuschauen,
bringt uns in Glück und Wohlbefinden.

Das Mysterium von Meditation
wirkt unspektakulär.
Alles ist so wie es ist,
in seiner Schönheit
und Einfachheit.

Und es bringt
große Freude,
große Klarheit,
und große Stille,
Erfüllung.

Was immer wir sind,
unsere ursprüngliche Natur
kommt zum Vorschein

Und wir beginnen zu leben,
was wir sind.

Was es ist, 
weiß ich nicht;
aber mit Dankbarkeit
fallen meine Tränen.

Saigyo