Freude am Morgen
Schlaf am Abend
Was sonst?
Ekon
Ein Mysterium ist unergründlich.
Daher heißt es Mysterium.
Man kann es leben … nicht in Worte fassen.
Hier kommt ein gelebtes Mysterium …
das Mysterium Meditation.
Es ist unergründlich
und kann nicht gesagt werden.
Es wird gelebt,
gesungen, getanzt
und gelacht
Das Nichts drückt sich aus,
es spielt.
So spiele ich hier
mit den Beiträgen
und Bildern,
Haikus von Zen Meistern
und Inspirationen von Osho.
Das Mysterium wird gelebt!
Anand Pakhi
Das Leben ist kein Problem,
Osho
das gelöst werden muss.
Es ist ein Mysterium,
das gelebt werden will.
Mysterium Tod
Marc Aurel – Heiterkeit beim Sterben
Hallo Pakhi, der letzte Satz der „Selbstbetrachtungen“ von Marc Aurel lautet: „Geh also heiter aus dem Leben; denn der, der dich entläßt, tut es heiter.“ Stellt dieser Satz deine komprimierte Botschaft dar?
Lieber Freund,
das ist ein wunderbarer Satz von Marc Aurel. Wunderbar.
In gewisser Weise stellt dieser Satz meine Botschaft dar, denn heiter kann man nur mit Meditation sein, in der Heiterkeit ist auch die Meditation enthalten.
Ein kleines Problem habe ich mit zwei Dingen: „Geh also heiter“. Ich glaube nicht, dass man im Tod geht, man wird getragen und geführt von der Existenz.
Und dann der Satz: „der, der dich entlässt“. Würde man das mit Existenz übersetzen, also ohne Gott, dann würde es für mich stimmen.
Der Satz müsste also für mich so heißen: Lasse dich also heiter aus dem Leben führen, denn die Existenz, die dich trägt und entlässt, ist immer heiter.
Vertraue dem Tod, er weiß was er tut. (Hihi)
Einen lieben Gruß an dich
Pakhi
Die Erlösung im Trauern
Liebe Pakhi,
dein Lebensgefährte ist vor kurzem verstorben ….
würdest du bitte etwas über Trauer sagen?
Liebe Freundin,
obwohl ich in einer positiven Grundhaltung bin, weine ich manchmal. Es ist die Liebe, die mich zum Weinen bringt – die Liebe zu meinem Gefährten und seine Liebe zu mir, die viele Liebe der Umgebung, die zu mir fließt.
Es ist eigenartig, die Liebe bringt mich zum Weinen, als ob ich nie gelernt hätte, sie voll und ganz anzunehmen.
Manchmal werde ich in Erinnerungen gezogen, was mich erschüttert. Mein Denken plustert sich auf mit vielen Gedanken an das, was vorbei ist. Da gibt es eine große Lösung: Ins Hier und Jetzt zu kommen. Das Vergangene vorbei sein zu lassen und sich voll auf die Gegenwart zu beziehen. Das ist der Königsweg – die Erlösung aus der Trauerhölle, die sich öffnet, wenn ich den Erinnerungen nachgebe.
Es ist mir klar geworden, dass ich Jetzt und Hier lebe. Für mich, mein Leben lebe. Der Lebensgefährte ist nicht mehr da, ich bin alleine. Und ich genieße mein Alleinsein. Ja, ich darf das. Mit Freuden alleinesein im Hier und Jetzt. Die Liebe zu meinem Freund ist in mir, sie begleitet mich in meinem Alleinesein. Doch ich bin in der Gegenwart, nicht in Gedanken bei Vergangenem.
Manchmal weine ich …. es ist meine Dankbarkeit ihm gegenüber, die mich dann wieder zu mir bringt. Ich erlöse mich von der Trauer, indem ich mich um mich kümmere:
mein Leben als Geschenk der Existenz genieße, in Stille bin und feiere.
Mein Herz ist offen für alles, was da sein will.
Liebe
Pakhi
Alleinsein im Sterben
Hallo liebe Pakhi, du sagst, dass du es gut findest, wenn ein Sterbender alleine gelassen wird, wenn keine Angehörigen ihn besuchen. Das finde ich falsch. Ich kann mir vorstellen, dass ein Sterbender gerne Leute um sich hat und wenn ich sterbe, möchte ich auch, dass jemand da ist. Gruß
Liebe Freundin,
meines Erachtens hängt das von den Angehörigen ab. Wenn sie meditativ sind, andächtig, still, und eine positive Grundeinstellung dem Tod gegenüber haben, dann begrüße ich es, wenn sie beim Tod ihres Geliebten dabei sind.
Sie sollten eine gewisse Distanz zum Sterbenden haben, sich nicht in sein Sosein einmischen und ihm liebevoll beiwohnen – so können sie den Sterbeprozess unterstützen.
Meist ist das aber nicht so.
Die Angehörigen versuchen bewusst oder unbewusst, den Sterbenden in ihrer alten Beziehung zu halten. Sie ziehen an ihm, sie wollen ihn nicht gehen lassen. Sie wollen ihn nicht im Alleinsein lassen. Sie kleben energetisch an ihm und vermitteln ihm, dass er bei ihnen bleiben soll. Sie möchten ihn hier in diesem Körper verweilen lassen, sie wollen nicht, dass er seine Flügel ausbreitet und sie und dieses Leben verlässt.
Die meisten Angehörigen sind zutiefst verzweifelt, dass ihr geliebter Freund stirbt. Diese Verzweiflung spürt ein Sterbender, sie wirkt sich auf ihn aus, bedrückt ihn. Die ganze Situation wird eng, düster, unangenehm. Und das für alle Beteiligten.
Der Tod ist ein spiritueller Höhepunkt. Der Sterbende braucht seine ganze innere Aufmerksamkeit, um sich von ihm tragen zu lassen. Jede Ablenkung in dem tiefen Alleinsein, so indirekt sie auch sein mag, stört diesen mysteriösen Moment.
Landläufig geht man davon aus, dass sich der Sterbende alleine fühlt und gerne jemanden um sich hat, der ihm das alleine Sein erleichtert. So sieht es von außen gesehen aus.
Von innen her allerdings ist es anders. Der Sterbende wendet sich der Göttlichkeit zu; er ergibt sich dem intensiven, ja vielleicht sogar dem intensivsten Moment seines ganzen Lebens.
Jede Art von Bindung an das vergangene Leben wirkt sich daher destruktiv aus. Jede Art von auch noch so subtiler Störung gilt es zu vermeiden. Daher lege ich so viel Wert auf Stille und Meditation, auf Andacht, wenn man bei einem Sterbenden sitzt.
Im Zweifelsfalle ist es also besser, wenn sich der Sterbende im Alleinsein seinem inneren Mysterium zuwendet. Hat er Freunde, die mit ihm in die Stille gehen können, dann ist das eine schöne Unterstützung für ihn. Hat er sie nicht, ist er besser alleine.
Die meisten Leute wissen nicht um diesen kostbaren Moment und ziehen ihren sterbenden Geliebten in die Abgründe des Denkens.
Falls ich mich nicht verständlich genug ausgedrückt habe, sage es, ja?
Einen lieben Gruß an dich
von
Pakhi
Still sitzen
nichts tun
der Frühling kommt
und das Gras wächst von alleine
Basho
Gesang aus dem No-Mind
In Ehrerbietung an das Mysteriöse
Was ist Meditation?
Meditation bedeutet:
- Sanftes Zuschauen des Körpers, der Gedanken und Gefühle
- Zeuge sein von ihnen
- ein Spiegel Sein von dem was ist
- nicht zu Bewerten
Und:
- Tiefe Entspannung im Inneren
- Leichtigkeit
- Nichts Tun
Das bedeutet Meditation.
Nach innen wenden
Meditation heißt, sich nach innen zu wenden. Tief nach innen zu gehen, in den Bauch, in das Zentrum. Dort findet sich eine wache Klarheit, awareness, die wir sich ausbreiten lassen, überall hin in unser Sein.
Diese Klarheit ist unser Leben. Sie ist unsere Schönheit, unsere Stille. Der Körper ist nur eine Hülle, die Gedanken sind nur Luftblasen und die Gefühle sind nur verklebte Anhänglichkeiten. Die wache Klarheit in unserem Zentrum dagegen ist das reine Leben. Unser Leben. Aus ihm entspringt alles.
Das Mysterium
von Meditation
Wenn wir nach innen gehen,
in Meditation,
tief in unseren Bauch,
in die Mitte unseres Bauchs,
kommen wir zu unserem Zentrum.
Wir begegnen unserem Mysterium.
Es ist ein Raum, ein Space,
der unbegrenzt ist.
Der weite Himmel,
so klar und weit
und innen.
Dieses Mysterium von Meditation
öffnet alle Wunder
unserer Existenz.
Unser Leben klärt sich,
unsere Natur kommt zum Vorschein,
unsere ursprüngliche Originalität
zeigt sich,
und wir erblühen darin.
Im Alltag zeigt sich dieses Erblühen
durch mysteriöse Geschehnisse.
Alles harmonisiert sich,
im Innen wie im Außen.
Das Leben wird einfach
und unkompliziert.
Und schon einem Vogel zuzuschauen,
bringt uns in Glück und Wohlbefinden.
Das Mysterium von Meditation
wirkt unspektakulär.
Alles ist so wie es ist,
in seiner Schönheit
und Einfachheit.
Und es bringt
große Freude,
große Klarheit,
und große Stille,
Erfüllung.
Was immer wir sind,
unsere ursprüngliche Natur
kommt zum Vorschein
Und wir beginnen zu leben,
was wir sind.
Was es ist,
Saigyo
weiß ich nicht;
aber mit Dankbarkeit
fallen meine Tränen.


