Freude am Morgen
Schlaf am Abend
Was sonst?
Ekon
Ein Mysterium ist unergründlich.
Daher heißt es Mysterium.
Man kann es leben … nicht in Worte fassen.
Hier kommt ein gelebtes Mysterium …
das Mysterium Meditation.
Es ist unergründlich
und kann nicht gesagt werden.
Es wird gelebt,
gesungen, getanzt
und gelacht
Das Nichts drückt sich aus,
es spielt.
So spiele ich hier
mit den Beiträgen
und Bildern,
Haikus von Zen Meistern
und Inspirationen von Osho.
Das Mysterium wird gelebt!
Anand Pakhi
Das Leben ist kein Problem,
Osho
das gelöst werden muss.
Es ist ein Mysterium,
das gelebt werden will.
Mysterium Tod
Tiefe und Meditation im Sterben
Liebe Pakhi, schon seit einer ganzen Weile mache ich Meditationen, die auf den Tod vorbereiten, auch solche, die du in der Frage: „Wie fühlt sich Sterben an – Meditationen dazu“ beschrieben hast. Irgendetwas geht tiefer und tiefer in mir … ich kann es nicht in Worte fassen, was es ist. Ich fühle mich innerlich beruhigt, obwohl ich gar keinen Grund dafür habe. Ist das der Tod? Kannst du dazu etwas sagen?
Liebe Freundin,
das was du ansprichst, wird Meditation genannt. Es ist nicht greifbar, man kann es nicht festhalten. Wie gut, dass dir das widerfährt. Im Tod wird dir Meditation noch viel stärker begegnen.
Weil du aus der Welt des Denkens kommst, erscheint dir diese Tiefe ungewöhnlich. Doch wenn du fortfährst mit deiner Meditation, wird ein Punkt kommen, an dem du über das Denken hinausgehst. An dem du die Stille und Tiefe genießt. Dann wird sie zu deinem Zuhause.
Und das ist der Moment, von dem an du keine Angst mehr vor dem Tod haben wirst. Dieser stille, ungreifbare Zustand ist dann dein ganzes Glück. Das Mysterium, das damit verbunden ist, erfüllt dich in Seligkeit.
Einen lieben Gruß an dich
Pakhi
Einsames Sterben im Krankenhaus
Hallo , mein Vater ist im Krankenhaus 2010 verstorben. Ich hatte immer ein sehr inniges Verhältnis zu meinem Vater und bin zutiefst schockiert, dass die Klinik mich nicht angerufen hat, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert hat.
Ich war zum Zeitpunkt seines Todes auf der Arbeit und erhielt erst die Nachricht nach seinem Tode. Ich bin verzweifelt, dass ich nicht bei ihm war, ich habe auch schon mit den Ärzten gesprochen, da ich sein Sterben im Krankenhaus als menschenunwürdig empfinde … und besorgt bin um alle anderen Patienten denen es ähnlich ergehen wird!!
Mein Vater war mit Medikamenten ruhig gestellt worden und konnte sich nicht mehr mitteilen … Ich bin tieftraurig und verzweifelt und mache mir Vorwürfe, dass ich nicht bei ihm war.
Liebe Freundin,
ich verstehe Ihre Traurigkeit über das Sterben Ihres Vaters.
Aber manchmal ist es anders, als es offensichtlich aussieht.
Vielleicht war es für Ihren Vater gut, dass er alleine gestorben ist. Manchmal können die Sterbenden nicht gehen, wenn die Angehörigen bei ihnen sind. Und was mich betrifft, bin ich sowieso der Meinung, dass es besser ist, alleine zu sterben, als wenn jemand da ist.
Sie brauchen nicht traurig zu sein – Ihrem Vater geht es nun bestimmt besser als vorher. Er ist auf seiner Reise, die er sowieso ohne Sie lebt. Es bedarf der Zeit der Trennung, wenn ein geliebter Mensch geht.
So schmerzhaft es ist, aber wir müssen unsere Lieben gehen lassen – und je freudiger und akzeptierender, desto besser für alle Beteiligten. Die Umstände im Krankenhaus haben Ihrem Vater sicherlich geholfen, loszulassen.
Und dass er ruhig gestellt war, muss nicht unbedingt schlecht sein. Auch das hilft, den Ablöseprozess im Sterben entspannt geschehen zu lassen.
Haben Sie Vertrauen, dass es gut war, so wie es passierte.
Mit einem freundlichen Gruß
Pakhi
Liebe Pakhi,
vielen herzlichen Dank für die liebevollen und aufbauenden Zeilen!
Ich habe über Ihre Worte nachgedacht und bin zu der Überzeugung gekommen, dass es im Sinne meines Vaters war, seinen Weg alleine gehen zu können. Meine Traurigkeit und mein nicht „Loslassen -Wollen “ – hätten ihn nur noch zusätzlich gequält und festgehalten .
Tief in meinem Inneren weiß ich, dass er nun seinen Frieden gefunden hat und dass er auf der anderen Seite des Weges ist … dort wo das goldene Licht ist.
Ich danke Ihnen so sehr,
alles Liebe
Alleinsein im Sterben
Hallo liebe Pakhi, du sagst, dass du es gut findest, wenn ein Sterbender alleine gelassen wird, wenn keine Angehörigen ihn besuchen. Das finde ich falsch. Ich kann mir vorstellen, dass ein Sterbender gerne Leute um sich hat und wenn ich sterbe, möchte ich auch, dass jemand da ist. Gruß
Liebe Freundin,
meines Erachtens hängt das von den Angehörigen ab. Wenn sie meditativ sind, andächtig, still, und eine positive Grundeinstellung dem Tod gegenüber haben, dann begrüße ich es, wenn sie beim Tod ihres Geliebten dabei sind.
Sie sollten eine gewisse Distanz zum Sterbenden haben, sich nicht in sein Sosein einmischen und ihm liebevoll beiwohnen – so können sie den Sterbeprozess unterstützen.
Meist ist das aber nicht so.
Die Angehörigen versuchen bewusst oder unbewusst, den Sterbenden in ihrer alten Beziehung zu halten. Sie ziehen an ihm, sie wollen ihn nicht gehen lassen. Sie wollen ihn nicht im Alleinsein lassen. Sie kleben energetisch an ihm und vermitteln ihm, dass er bei ihnen bleiben soll. Sie möchten ihn hier in diesem Körper verweilen lassen, sie wollen nicht, dass er seine Flügel ausbreitet und sie und dieses Leben verlässt.
Die meisten Angehörigen sind zutiefst verzweifelt, dass ihr geliebter Freund stirbt. Diese Verzweiflung spürt ein Sterbender, sie wirkt sich auf ihn aus, bedrückt ihn. Die ganze Situation wird eng, düster, unangenehm. Und das für alle Beteiligten.
Der Tod ist ein spiritueller Höhepunkt. Der Sterbende braucht seine ganze innere Aufmerksamkeit, um sich von ihm tragen zu lassen. Jede Ablenkung in dem tiefen Alleinsein, so indirekt sie auch sein mag, stört diesen mysteriösen Moment.
Landläufig geht man davon aus, dass sich der Sterbende alleine fühlt und gerne jemanden um sich hat, der ihm das alleine Sein erleichtert. So sieht es von außen gesehen aus.
Von innen her allerdings ist es anders. Der Sterbende wendet sich der Göttlichkeit zu; er ergibt sich dem intensiven, ja vielleicht sogar dem intensivsten Moment seines ganzen Lebens.
Jede Art von Bindung an das vergangene Leben wirkt sich daher destruktiv aus. Jede Art von auch noch so subtiler Störung gilt es zu vermeiden. Daher lege ich so viel Wert auf Stille und Meditation, auf Andacht, wenn man bei einem Sterbenden sitzt.
Im Zweifelsfalle ist es also besser, wenn sich der Sterbende im Alleinsein seinem inneren Mysterium zuwendet. Hat er Freunde, die mit ihm in die Stille gehen können, dann ist das eine schöne Unterstützung für ihn. Hat er sie nicht, ist er besser alleine.
Die meisten Leute wissen nicht um diesen kostbaren Moment und ziehen ihren sterbenden Geliebten in die Abgründe des Denkens.
Falls ich mich nicht verständlich genug ausgedrückt habe, sage es, ja?
Einen lieben Gruß an dich
von
Pakhi
Still sitzen
nichts tun
der Frühling kommt
und das Gras wächst von alleine
Basho
Gesang aus dem No-Mind
In Ehrerbietung an das Mysteriöse
Was ist Meditation?
Meditation bedeutet:
- Sanftes Zuschauen des Körpers, der Gedanken und Gefühle
- Zeuge sein von ihnen
- ein Spiegel Sein von dem was ist
- nicht zu Bewerten
Und:
- Tiefe Entspannung im Inneren
- Leichtigkeit
- Nichts Tun
Das bedeutet Meditation.
Nach innen wenden
Meditation heißt, sich nach innen zu wenden. Tief nach innen zu gehen, in den Bauch, in das Zentrum. Dort findet sich eine wache Klarheit, awareness, die wir sich ausbreiten lassen, überall hin in unser Sein.
Diese Klarheit ist unser Leben. Sie ist unsere Schönheit, unsere Stille. Der Körper ist nur eine Hülle, die Gedanken sind nur Luftblasen und die Gefühle sind nur verklebte Anhänglichkeiten. Die wache Klarheit in unserem Zentrum dagegen ist das reine Leben. Unser Leben. Aus ihm entspringt alles.
Das Mysterium
von Meditation
Wenn wir nach innen gehen,
in Meditation,
tief in unseren Bauch,
in die Mitte unseres Bauchs,
kommen wir zu unserem Zentrum.
Wir begegnen unserem Mysterium.
Es ist ein Raum, ein Space,
der unbegrenzt ist.
Der weite Himmel,
so klar und weit
und innen.
Dieses Mysterium von Meditation
öffnet alle Wunder
unserer Existenz.
Unser Leben klärt sich,
unsere Natur kommt zum Vorschein,
unsere ursprüngliche Originalität
zeigt sich,
und wir erblühen darin.
Im Alltag zeigt sich dieses Erblühen
durch mysteriöse Geschehnisse.
Alles harmonisiert sich,
im Innen wie im Außen.
Das Leben wird einfach
und unkompliziert.
Und schon einem Vogel zuzuschauen,
bringt uns in Glück und Wohlbefinden.
Das Mysterium von Meditation
wirkt unspektakulär.
Alles ist so wie es ist,
in seiner Schönheit
und Einfachheit.
Und es bringt
große Freude,
große Klarheit,
und große Stille,
Erfüllung.
Was immer wir sind,
unsere ursprüngliche Natur
kommt zum Vorschein
Und wir beginnen zu leben,
was wir sind.
Was es ist,
Saigyo
weiß ich nicht;
aber mit Dankbarkeit
fallen meine Tränen.


