Freude am Morgen
Schlaf am Abend
Was sonst?

Ekon

Ein Mysterium ist unergründlich.
Daher heißt es Mysterium.
Man kann es leben … nicht in Worte fassen.

Hier kommt ein gelebtes Mysterium …
das Mysterium Meditation.

Es ist unergründlich
und kann nicht gesagt werden.

Es wird gelebt,
gesungen, getanzt
und gelacht

Das Nichts drückt sich aus,
es spielt.

So spiele ich hier
mit den Beiträgen
und Bildern,
Haikus von Zen Meistern
und Inspirationen von Osho.

Das Mysterium wird gelebt!

Anand Pakhi

Das Leben ist kein Problem,
das gelöst werden muss.
Es ist ein Mysterium,
das gelebt werden will.

Osho

Mysterium Tod

Die Vorbereitung auf den Tod einer geliebten Person

Liebe Pakhi, Wie kann ich mich am besten auf den Tod meines Vaters einstellen? Welche Vorbereitung bedarf es?

Mein Vater ist schon ziemlich alt und spricht immer ganz gelassen davon, dass er bald sterben wird. Ich komme damit nicht so leicht zurecht. Wie kann ich mich am besten damit abfinden / darauf einstellen?

Lieber Freund,

1. Sei glücklich darüber, dass dein Vater so leicht und gelöst mit dem Tod umgeht. Freue dich mit ihm.

2. Meines Erachtens ist es nicht so, dass du Probleme hast, dass dein Vater geht. Sondern du hast dich selbst wahrscheinlich noch nicht mit dem Tod beschäftigt, du stehst im Kampf mit dem Tod, du vermeidest ihn, hast vielleicht auch Angst vor ihm.

Du weißt nicht, dass auf deinen Vater etwas Schönes zukommt, sonst würdest du dich mit ihm freuen.

Es ist gut, das zu sehen. Sei dir einfach nur bewusst, dass du den Tod vermeidest … und es wird sich etwas ändern.

Vielleicht beginnst du plötzlich damit, dich selbst auf deinen Tod einzustellen. Es gibt viele Meditationen, wie man dem Tod begegnet … keine Angst, nichts Kompliziertes. Es ist ganz einfach … und zutiefst beruhigend, das versichere ich dir. Bei der Frage: „Wie fühlt sich Sterben an – Meditationen dazu“, findest du bestimmt eine Meditation, die dir liegt.

3. Stell dir vor, dein Vater geht auf eine Urlaubsreise nach Teneriffa. Hättest du da auch Schwierigkeiten, ihn loszulassen? Nein, du würdest dich mit ihm freuen, dass er so etwas Schönes vor sich hat. Dafür würdest du die Trennung zu ihm gerne in Kauf nehmen, wenn du dir sicher bist, dass er einen super Urlaub verbringen wird.

Es ist deine Unbewusstheit über den Tod, die dir solche Schwierigkeiten macht.

4. Ein weiterer Punkt ist, dass wenn du deinen Vater nicht loslassen kannst, das Folgendes bedeutet: Du warst zu wenig total in seiner Gegenwart. Du hast sein Dasein für selbstverständlich genommen in der Zeit, in der ihr zusammen sein konntet.

Und nun, da er geht, siehst du plötzlich, was du alles versäumt hast mit ihm; du siehst, dass vieles vorbei ist und nicht wiederkommt.

Daher empfehle ich dir, die letzten Tage so intensiv wie nur möglich mit deinem Vater zu verbringen. Erfülle deine Sehnsucht nach Nähe mit ihm – und du wirst ihn viel besser gehen lassen können.

Allerdings achte auch auf ihn und seine Bedürfnisse. Nerve ihn nicht. Denn im Sterbeprozess braucht dein Vater viel alleine Sein, viel Unbeschäftigtheit, um sich mit den existenziellen Prozessen, die geschehen, auseinander setzen zu können.

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Hinweise für die Vorbereitung auf den Tod deines Vaters geben.
Einen Gruß an dich

Pakhi

Genügt ein Witz gegen die Todesangst?

Liebe Pakhi, Sterben mit Meditation und Lachen, das ist wunderbar – aber das funktioniert so nicht, wie ich es da von dir höre. Sagst du auch etwas für Leute, die schlicht Angst vor dem Tod haben? Da wird ja ein Witz nicht genügen? Herzlich

Lieber Freund,

jemand hat Angst vor dem Tod in zweiter Linie, weil ihm das Gesellschaft und Religion so eingeredet haben.

In erster Linie hat er nicht verstanden, dass er nicht der Körper ist, der stirbt … und um das zu verstehen, braucht er Meditation in seinem Leben.

Wenn du mich also fragst, ob ich auch etwas sage für Leute, die schlicht Angst vor dem Tod haben, dann sage ich dir: All die Antworten aus meinen Fragen zielen dazu ab, die Angst vor dem Tod loszulassen.

Ich will dabei helfen, eine völlig neue Sichtweise dem Tod gegenüber zu entwickeln; eben nicht die der Angst und Trauer, sondern die der Leichtigkeit und der Meditation. Jeder, der sich für meinen Ansatz öffnet, wird die Angst vor dem Tod verlieren – und Meditation finden.

Ich halte nichts von falschen Tröstungen, die den Status Quo bestätigen und die Ansichten der Gesellschaft und Religionen fördern.

Es ist an der Zeit, dass die Menschen die Wahrheit erfahren: Sie sind nicht der Körper, sie sind nicht die Gefühle, auch nicht die Ängste, sie sind nicht ihr Denken – sie sind nur der reine Zuschauer.

Und das ist der wahre Trost!

Vielleicht würde sogar ein Witz genügen … das weiß ich nicht … die existenziellen Wege sind eigenartig, vielleicht hilft bei einem bestimmten Individuum auch nur ein Witz über den Tod und er hat seine Angst verloren.

Um jemanden persönlich, also nicht über ein Buch, sondern im direkten Kontakt aus der Angst vor dem Tod zu helfen, bedarf es einer individuellen Herangehensweise. Da kann es sogar ein Witz sein, wie gesagt.

Oder vielleicht auch eine mitfühlende Umarmung von jemanden, der dem Tod über seine Meditation begegnet ist und der weiß, dass der Tod die größte Fiktion ist.

Das ist eine sehr individuelle Sache und der Wegbegleiter bedarf des großen Mitgefühls und Bewusstheit.

Aber eines ist klar: Die Lüge, dass der Tod etwas Schlimmes, Furchterregendes ist, werde ich nicht unterstützen. Das ist am Anfang bitter, am Ende aber süß.

Die Menschen müssen eben erst einmal lernen, das heißt, davon hören und es zumindest intellektuell verstehen lernen, damit sie sich dann für die Schönheit des Todes öffnen können. Es ist ein Prozess des Wachsens.

Es wird Zeit, dass die Leute dazu lernen.

Ich zumindest will meinen Beitrag dazu leisten. Und daher spreche ich aus meinen Erfahrungen über den Tod.

Und der ist nicht angstmachend, das kann ich dir versichern.

Einen lieben Gruß an dich
Pakhi

Antwort des Freundes:

Hallo, Pakhi,

danke für deine ausführliche Antwort. Wenn ich dich richtig verstehe, versuchst du, Osho´s Ansatz über das Sterben in die Praxis umzusetzen. Da sind wir uns einig und das ist auch unser Berührungspunkt. Das „wie“ ist sicher verschieden.

Denn es ist meiner Erfahrung nach ein langer Weg, nicht nur intellektuell, sondern  aus eigener Erfahrung zu wissen, dass man nicht der Körper ist. Ich bin da schlicht noch nicht…

Hier noch ein schönes Rumi-Gedicht: 
by Rumi

On the day I die, 
when I’m carried to the grave, 
don’t weep.

Don’t say: „He’s gone! He’s gone!“ 
Death has nothing to do with going away.

The sun sets and the moon sets, 
but they’re not gone. 
Death is a coming together.

The tomb looks like a prison, 
but it’s really release 
into Union.

The human seed goes down in the ground 
like a bucket into the well where Joseph is.

It grows and comes up 
full of some unimagined beauty.

Your mouth closes here 
and immediately opens 
with a shout of joy there.

Herzliche Grüsse

Legale Sterbehilfe?

Hi Pakhi, Sollte die aktive Sterbehilfe legalisiert werden? Viele Menschen in Deutschland leiden an unheilbaren Krankheiten und „müssen Leben“, weil eine aktive Sterbehilfe in Deutschland nicht erlaubt ist. Es geht dabei um eine Art ärztliche legale aktive Sterbehilfe. Nicht darum, dass Familienangehörige diese Hilfe leisten.

Auch ist mir klar, dass vielen Ärtzen eine solche Entscheidung mehr als schwer fallen wird und dass nicht nur auf das Bitten eines Patienten gleich die „Todesspritze“ ausgepackt wird. Es gibt viele Patienten, die auf Grund einer nicht mehr therapierbaren Krankheit (Beispiel Krebs) nur mit sehr starken Medikamenten, wie z.b. Opium, Morphium am „Leben bleiben“, am Leben nicht mehr teilnehmen können und vor sich „hinsiechen“.

Sollte man diesen Patienten nicht ein „menschenwürdiges“ Ableben ermöglichen, wenn ein solcher Wunsch des Patienten besteht? „Vorbilder“ dazu bestehen, z.B. in der Schweiz, obwohl gesagt werden muss, das die Vorgehensweise bei „dignitas“ sehr umstritten ist. Mit lieben Grüßen 

Geliebter Freund,

für mich ist es ganz klar: Eine aktive Sterbehilfe ist absolut notwendig. Und sie sollte daher legalisiert werden.

Wenn sich jemand dazu entschließt, seinem Leben ein Ende setzen zu wollen … warum auch immer … dann entspricht das seinem Grundrecht. Er hat die Freiheit und das gute Recht, über sich entscheiden zu können.

Allerdings würde ich eine Vorbedingung machen: Jeder, der sterben will, ob er unheilbar krank ist, ob er alt ist, ob er verzweifet ist … jeder sollte vorher für etwa drei Monate, mindestens, das Sterben lernen.

So dass er friedlich, entspannt und gelöst gehen kann. So dass sein Tod ein schönes Phänomen wird. So dass sein Tod der Höhepunkt seines Lebens wird.

Er muss gelernt haben, zu sterben. Er muss gelernt haben, zuschauend zu bleiben im Tod, sich nicht mehr mit seinem Körper, seinem Denken und seinen Gefühlen zu identifizieren. 

Und er muss gelernt haben, sich dem Mysteriösen vertrauensvoll zu ergeben.

Das wäre meine Voraussetzung, damit jemand die Todesspritze auf seinen Wunsch hin bekommt.

Einen lieben Gruß 
von 
Pakhi

Still sitzen
nichts tun
der Frühling kommt
und das Gras wächst von alleine

Basho

Gesang aus dem No-Mind
In Ehrerbietung an das Mysteriöse

Was ist Meditation?

Meditation bedeutet:

  • Sanftes Zuschauen des Körpers, der Gedanken und Gefühle
  • Zeuge sein von ihnen
  • ein Spiegel Sein von dem was ist
  • nicht zu Bewerten

Und:

  • Tiefe Entspannung im Inneren
  • Leichtigkeit
  • Nichts Tun


Das bedeutet Meditation.

» mehr darüber lesen, was Meditation ist

Nach innen wenden

Meditation heißt, sich nach innen zu wenden. Tief nach innen zu gehen, in den Bauch, in das Zentrum. Dort findet sich eine wache Klarheit, awareness, die wir sich ausbreiten lassen, überall hin in unser Sein.

Diese Klarheit ist unser Leben. Sie ist unsere Schönheit, unsere Stille. Der Körper ist nur eine Hülle, die Gedanken sind nur Luftblasen und die Gefühle sind nur verklebte Anhänglichkeiten. Die wache Klarheit in unserem Zentrum dagegen ist das reine Leben. Unser Leben. Aus ihm entspringt alles.

Das Mysterium
von Meditation

Wenn wir nach innen gehen,  
in Meditation,  
tief in unseren Bauch,  
in die Mitte unseres Bauchs,  
kommen wir zu unserem Zentrum. 

Wir begegnen unserem Mysterium. 

Es ist ein Raum, ein Space, 
der unbegrenzt ist.
Der weite Himmel,
so klar und weit
und innen.

Dieses Mysterium von Meditation
öffnet alle Wunder
unserer Existenz.

Unser Leben klärt sich,
unsere Natur kommt zum Vorschein,
unsere ursprüngliche Originalität
zeigt sich,
und wir erblühen darin.

Im Alltag zeigt sich dieses Erblühen
durch mysteriöse Geschehnisse.
Alles harmonisiert sich,
im Innen wie im Außen.

Das Leben wird einfach
und unkompliziert.
Und schon einem Vogel zuzuschauen,
bringt uns in Glück und Wohlbefinden.

Das Mysterium von Meditation
wirkt unspektakulär.
Alles ist so wie es ist,
in seiner Schönheit
und Einfachheit.

Und es bringt
große Freude,
große Klarheit,
und große Stille,
Erfüllung.

Was immer wir sind,
unsere ursprüngliche Natur
kommt zum Vorschein

Und wir beginnen zu leben,
was wir sind.

Was es ist, 
weiß ich nicht;
aber mit Dankbarkeit
fallen meine Tränen.

Saigyo