Freude am Morgen
Schlaf am Abend
Was sonst?

Ekon

Ein Mysterium ist unergründlich.
Daher heißt es Mysterium.
Man kann es leben … nicht in Worte fassen.

Hier kommt ein gelebtes Mysterium …
das Mysterium Meditation.

Es ist unergründlich
und kann nicht gesagt werden.

Es wird gelebt,
gesungen, getanzt
und gelacht

Das Nichts drückt sich aus,
es spielt.

So spiele ich hier
mit den Beiträgen
und Bildern,
Haikus von Zen Meistern
und Inspirationen von Osho.

Das Mysterium wird gelebt!

Anand Pakhi

Das Leben ist kein Problem,
das gelöst werden muss.
Es ist ein Mysterium,
das gelebt werden will.

Osho

Mysterium Tod

Aggression der Mutter im Sterbeprozess

Liebe Pakhi, meine 95-jährige Mutter hat Krebs und nicht mehr lange zu leben. Sie ist aggressiv, despotisch, destruktiv, negativ und beherrscht ihre Umgebung und macht alle unglücklich.

Die Ausstrahlung von Negativität und das Abziehen von Energie von den Menschen ihrer Umgebung durch meine Mutter ist dermaßen schlimm und unbeschreiblich, dass ich, die ich sie pflege, seit einiger Zeit zur Therapie gehe. Alle, die mir helfen, sind fix und fertig, weil sie meine Mutter nicht mehr ertragen können.

Was würdest Du tun? Mit schönem Gruß 

Liebe Freundin,

deine Mutter ist in einer Phase im Sterbeprozess, die ich das Hochkommen von Unterdrücktem und Unterbewussten nenne. Es ist eine Phase, in der der Sterbende zornig, wütend, verwirrt ist, weil so viel Unterdrücktes in ihm hochkommt.

Als Pflegender ist es schwer, mit dieser Wut und der Verwirrung umzugehen. Am besten verlässt man das Zimmer, wenn die Aggression kommt. Kann man das nicht, dann muss es klar sein, dass man sich nicht durch Aggressionen von dem Sterbenden verletzen lässt.

Du müsstest so handeln, wie du vielleicht auch mit einem Kind sein würdest. Du hast als Pflegender die Verantwortung über die Sachlage und daher ist es an dir, die Situation zum Besten zu bringen. Aber lass dich nicht tyrannisieren.

Nicht Beachten ist ein guter Trick, um mit Aggressionen umzugehen. Ignoriere deine Mutter. Achte darauf, dass du dich dabei nicht verletzt. Wenn deine Mutter einen aggressiven Schub hat, dann gehe einfach weg. Lass sie sein, wie sie will.

Wenn sie sich wieder beruhigt hat, dann bist du einfach normal mit ihr. Gib der Aggression keine Aufmerksamkeit. Sie wird sich sicherlich bald beruhigen.

Einen lieben Gruß
von
Pakhi

Hilfe der Ärzte beim Sterben

Hallo Pakhi, können Ärzte sterbenden Menschen wirklich helfen? Und wenn ja, wie? Vielen Dank für Deine Antwort! In Freundschaft

Lieber Freund,

du fragst mich: Können Ärzte sterbenden Menschen wirklich helfen?

Meine Meinung ist: Ja.

Viele Menschen kämpfen mit dem Tod. Sie wollen ihn nicht willkommen heißen und wehren sich gegen ihn. Wenn man Schmerzen jeglicher Art im Tod hat, verkrampft man sich unnötig; da ist es gut, wenn so etwas wie Morphin verschrieben wird.

Ich halte sehr viel von Morphin, es hilft nicht nur bei der Schmerzlinderung, zugleich hat es den Nebeneffekt, die Stimmung aufzuhellen, so dass der Sterbende dem Tod gelassener begegnen kann. Das ist oft eine große Unterstützung im Todesprozess.

In einer besseren Welt, in der jeder selbstbestimmt sterben kann, würden die Ärzte noch die ehrenvolle Aufgabe haben, jedem, der es will, zum Tod zu verhelfen. Auf sanfte und schöne Weise könnten sie dazu beitragen, dass jeder, der aus dem Leben gehen will, einen friedlichen Tod erfährt.

In unserer derzeitigen Gesellschaft ist das verboten, so können die Ärzte nur insofern hilfreich sein, dass sie den Sterbeprozess bei nicht Meditierenden zu einer möglichst beruhigten Erfahrung machen.

Ich hoffe, ich habe dir angemessen geantwortet

Einen lieben Gruß

Pakhi

Leben und Tod – das Gleiche?

Liebe Pakhi, diese Frage hat mich gerade beschäftigt: Wenn du im Tod diesen tiefen ekstatischen Zustand erlebst, ist das vielleicht gar nicht der Tod, sondern nur das intensive Leben? Vielleicht verwechselst du das und hältst das für den Tod, was eigentlich das Leben ist?

Lieber Freund,

deine Frage klingt kompliziert … aber sie ist ganz einfach zu beantworten:

Genau! Genau so ist es. Wie du es sagst. Der wunderbare Zustand des Todes ist eigentlich das Leben. Eigentlich könnten wir immer diesen wunderbaren Zustand erfahren, denn er entspricht dem Leben.

Insofern stimmt es: Leben und Tod sind beides das Gleiche. Es gibt keine Trennung zwischen ihnen. Sie sind ein Phänomen, oder ich könnte auch sagen, es gibt nur diese intensive, stille, überfließende, segensreiche und mysteriöse Energie. Sie ist da, wo immer wir auch sind.

Himmel und Hölle sind immer da …

Der Himmel bedeutet einfach, die Liebe annehmen zu können. Wir öffnen uns für das, was da ist, denn der Himmel der Liebe und der Erhebung ist immer da.

Die Hölle erschaffen wir uns selbst, weil wir uns nicht verzeihen können aus unserem Missverständnis heraus, doch die Liebe und die Glückseligkeit ist immer da. Wir brauchen sie nicht zu erschaffen, sie sind da.

Es ist eine Frage des sich für sie Öffnens. Fühlen wir uns bereit, das Glück an uns heranzulassen, ja wollen wir uns ihm ergeben?

Das können wir am besten, wenn wir uns schon im Leben total darauf eingestellt haben. Auch deshalb meinte ich, dass diese Zuwendung zu Konstruktivem, Kreativem, Natürlichem so entscheidend ist. Wir stellen uns mehr und mehr darauf ein und können uns mehr und mehr in dessen Gegenwart entspannen und es feiern.

Eine feiernde Haltung ist die beste Vorbereitung, sich dem Himmel (oder auch dem Tod), dem Mysterium ergeben zu können.

Wenn wir verstanden haben, dass unser Ich-Gefühl es ist, das uns immer wieder vom Himmel (oder auch vom Tod) abbringt, dann lernen wir langsam, es zu lassen.

Die Existenz tanzt immer, sie feiert immer. (Diese intensive Lebensenergie ist immer da, so wie du es sagtest …)

Doch wir können nicht sehr oft mitgehen, nur gelegentlich haben wir Momente, in denen wir offen sind für die Glückseligkeit. Unsere Härte, unsere Schale, unser Denken, dass wir es besser wissen, hindert uns daran, mehr und mehr sich dem Fluss der Existenz hinzugeben.

In uns ist eine Meinung, dass wir uns zusammenreißen müssen, dass wir unseren Mann stehen müssen, dass wir überlegen sein müssen, um zu überleben.

Im Himmel sind wir, wenn wir uns entspannen, wenn wir nachgeben und unser Ich-Gefühl nicht so wichtig nehmen. Es lassen können.

Ein tiefes Ja! zu allem was passiert, ist nötig und wir sind im Himmel (und auch im Tod). Jeden Moment.

Ja, lieber Freund. Du hast recht. Es ist das Gleiche. Der Himmel oder auch der Tod ist immer da.

Oder noch besser sollte ich sagen: Es ist immer Himmel und es ist immer Tod. Hihi, aber dass klingt schon wieder so kompliziert, obwohl ich es gar nicht so meine …

Und noch was: Vielleicht wäre es gut, wenn du ein wenig mehr Erfahrung sammeln würdest. Probier doch mal ein paar Meditationen, um dem Tod zu begegnen. In der Frage:“Wie fühlt sich Sterben an – Meditationen dazu“ findest du mehrere Meditationen, die auf den Tod vorbereiten.

Ich hoffe, ich habe deine Frage für dich genügend beantwortet.

Eine herzliche Umarmung

Pakhi

Still sitzen
nichts tun
der Frühling kommt
und das Gras wächst von alleine

Basho

Gesang aus dem No-Mind
In Ehrerbietung an das Mysteriöse

Was ist Meditation?

Meditation bedeutet:

  • Sanftes Zuschauen des Körpers, der Gedanken und Gefühle
  • Zeuge sein von ihnen
  • ein Spiegel Sein von dem was ist
  • nicht zu Bewerten

Und:

  • Tiefe Entspannung im Inneren
  • Leichtigkeit
  • Nichts Tun


Das bedeutet Meditation.

» mehr darüber lesen, was Meditation ist

Nach innen wenden

Meditation heißt, sich nach innen zu wenden. Tief nach innen zu gehen, in den Bauch, in das Zentrum. Dort findet sich eine wache Klarheit, awareness, die wir sich ausbreiten lassen, überall hin in unser Sein.

Diese Klarheit ist unser Leben. Sie ist unsere Schönheit, unsere Stille. Der Körper ist nur eine Hülle, die Gedanken sind nur Luftblasen und die Gefühle sind nur verklebte Anhänglichkeiten. Die wache Klarheit in unserem Zentrum dagegen ist das reine Leben. Unser Leben. Aus ihm entspringt alles.

Das Mysterium
von Meditation

Wenn wir nach innen gehen,  
in Meditation,  
tief in unseren Bauch,  
in die Mitte unseres Bauchs,  
kommen wir zu unserem Zentrum. 

Wir begegnen unserem Mysterium. 

Es ist ein Raum, ein Space, 
der unbegrenzt ist.
Der weite Himmel,
so klar und weit
und innen.

Dieses Mysterium von Meditation
öffnet alle Wunder
unserer Existenz.

Unser Leben klärt sich,
unsere Natur kommt zum Vorschein,
unsere ursprüngliche Originalität
zeigt sich,
und wir erblühen darin.

Im Alltag zeigt sich dieses Erblühen
durch mysteriöse Geschehnisse.
Alles harmonisiert sich,
im Innen wie im Außen.

Das Leben wird einfach
und unkompliziert.
Und schon einem Vogel zuzuschauen,
bringt uns in Glück und Wohlbefinden.

Das Mysterium von Meditation
wirkt unspektakulär.
Alles ist so wie es ist,
in seiner Schönheit
und Einfachheit.

Und es bringt
große Freude,
große Klarheit,
und große Stille,
Erfüllung.

Was immer wir sind,
unsere ursprüngliche Natur
kommt zum Vorschein

Und wir beginnen zu leben,
was wir sind.

Was es ist, 
weiß ich nicht;
aber mit Dankbarkeit
fallen meine Tränen.

Saigyo