Freude am Morgen
Schlaf am Abend
Was sonst?

Ekon

Ein Mysterium ist unergründlich.
Daher heißt es Mysterium.
Man kann es leben … nicht in Worte fassen.

Hier kommt ein gelebtes Mysterium …
das Mysterium Meditation.

Es ist unergründlich
und kann nicht gesagt werden.

Es wird gelebt,
gesungen, getanzt
und gelacht

Das Nichts drückt sich aus,
es spielt.

So spiele ich hier
mit den Beiträgen
und Bildern,
Haikus von Zen Meistern
und Inspirationen von Osho.

Das Mysterium wird gelebt!

Anand Pakhi

Das Leben ist kein Problem,
das gelöst werden muss.
Es ist ein Mysterium,
das gelebt werden will.

Osho

Mysterium Tod

Loslassen von geliebten Menschen

Liebe Pakhi, meine Eltern sind schon länger verstorben. Doch ich kann sie nicht loslassen. Des Öfteren muss ich weinen, wenn ich an sie denke. Ich fühle mich alleine ohne sie. Und ich vermisse sie so sehr … Kannst du was dazu sagen? Gibt es Hilfe für mich?

Liebe Freundin,

weißt du, wenn du traurig bist, dann sei es. Weine aus vollem Herzen. Ziehe dich an einen ungestörten Ort zurück und weine. Lass alles zu, was in dir ist. Weine, schreie, schüttele dich, rolle auf dem Boden vor Schmerz. Gehe mit deinen Gefühlen und drücke alles aus, was da ist. Denke an deine Eltern und weine dich aus.

Es scheint, als ob du noch viele ungelöste Emotionen in Bezug auf deine Eltern in dir hast. Es wäre gut, wenn du sie ausdrücken kannst und so ihnen eine Chance geben könntest, sich aufzulösen.

Eine weitere Möglichkeit ist, deine Gefühle für deine Eltern auszutanzen. Es gibt eine wunderbare Tanz-Meditation, die OSHO Nataraj heißt. Diese könnte dir helfen, alles in dir in Bewegung zu bringen. Und sie könnte dir zugleich auch eine gewisse Distanz zu deinen Emotionen schaffen, das heißt Meditation in dir wecken.

Mir erscheint es für dich sehr wichtig, dass du Erfahrungen sammelst. Erfahrungen mit dir selbst. Trau dich, dich auszudrücken. Und deine Last wird sich auflösen.

Liebe ist die goldene Brücke zwischen den Lebenden und den Toten. Wenn du deinen Schmerz ausgedrückt hast, dann bist du bereit für die Liebe.

Dann schicke deinen Eltern alle Liebe, die du in dir trägst für sie. Sende Liebe aus, lass alles zu, was in dir für sie da ist. Deine Liebe wird sie erreichen, wo immer in dieser Existenz deine Eltern auch sind. Denn nichts und niemand geht verloren. Sie sind da.

Vielleicht kannst du dann mit dem Weggehen deiner Eltern Frieden schließen und sie loslassen.

Wenn du die OSHO Nataraj Meditation machen willst, findest du auf der Seite des deutschen Onlinemagazins für Meditation FindYourNose.com alles über diese Meditation.

Mit einem lieben Gruß
Pakhi

Alleinsein im Sterben

Hallo liebe Pakhi, du sagst, dass du es gut findest, wenn ein Sterbender alleine gelassen wird, wenn keine Angehörigen ihn besuchen. Das finde ich falsch. Ich kann mir vorstellen, dass ein Sterbender gerne Leute um sich hat und wenn ich sterbe, möchte ich auch, dass jemand da ist. Gruß 

Liebe Freundin,

meines Erachtens hängt das von den Angehörigen ab. Wenn sie meditativ sind, andächtig, still, und eine positive Grundeinstellung dem Tod gegenüber haben, dann begrüße ich es, wenn sie beim Tod ihres Geliebten dabei sind.

Sie sollten eine gewisse Distanz zum Sterbenden haben, sich nicht in sein Sosein einmischen und ihm liebevoll beiwohnen – so können sie den Sterbeprozess unterstützen.

Meist ist das aber nicht so.
Die Angehörigen versuchen bewusst oder unbewusst, den Sterbenden in ihrer alten Beziehung zu halten. Sie ziehen an ihm, sie wollen ihn nicht gehen lassen. Sie wollen ihn nicht im Alleinsein lassen. Sie kleben energetisch an ihm und vermitteln ihm, dass er bei ihnen bleiben soll. Sie möchten ihn hier in diesem Körper verweilen lassen, sie wollen nicht, dass er seine Flügel ausbreitet und sie und dieses Leben verlässt.

Die meisten Angehörigen sind zutiefst verzweifelt, dass ihr geliebter Freund stirbt. Diese Verzweiflung spürt ein Sterbender, sie wirkt sich auf ihn aus, bedrückt ihn. Die ganze Situation wird eng, düster, unangenehm. Und das für alle Beteiligten.

Der Tod ist ein spiritueller Höhepunkt. Der Sterbende braucht seine ganze innere Aufmerksamkeit, um sich von ihm tragen zu lassen. Jede Ablenkung in dem tiefen Alleinsein, so indirekt sie auch sein mag, stört diesen mysteriösen Moment.

Landläufig geht man davon aus, dass sich der Sterbende alleine fühlt und gerne jemanden um sich hat, der ihm das alleine Sein erleichtert. So sieht es von außen gesehen aus.

Von innen her allerdings ist es anders. Der Sterbende wendet sich der Göttlichkeit zu; er ergibt sich dem intensiven, ja vielleicht sogar dem intensivsten Moment seines ganzen Lebens.

Jede Art von Bindung an das vergangene Leben wirkt sich daher destruktiv aus. Jede Art von auch noch so subtiler Störung gilt es zu vermeiden. Daher lege ich so viel Wert auf Stille und Meditation, auf Andacht, wenn man bei einem Sterbenden sitzt.

Im Zweifelsfalle ist es also besser, wenn sich der Sterbende im Alleinsein seinem inneren Mysterium zuwendet. Hat er Freunde, die mit ihm in die Stille gehen können, dann ist das eine schöne Unterstützung für ihn. Hat er sie nicht, ist er besser alleine.

Die meisten Leute wissen nicht um diesen kostbaren Moment und ziehen ihren sterbenden Geliebten in die Abgründe des Denkens.

Falls ich mich nicht verständlich genug ausgedrückt habe, sage es, ja?

Einen lieben Gruß an dich
von
Pakhi

Trauer um einen verstorbenen Freund

Liebe Pakhi, über das, was du sagst, musste ich erst nachdenken .. finde ich das Sterben lustig? Nicht wirklich :-). Gerade letzte Woche ist meine Lieblings-Bedienung im Copy-shop, ein junger, 33jähriger Student mit kleinem Kind aus Kamerun, bei einem Basket-Ball-Spiel einfach gestorben ..

whowww .. das ist ja schon etwas Verrücktes .. an seinem Todestag hat er mich noch bedient .. und er war sehr sympathisch .. ja, dieses Leben und dieser Tod .. ja, die Trauer ist da … alles Gute, viel Glück und Zuwendung .. und bis dahin,

Leider weiß ich nicht mehr, liebe Freundin, in welchem Zusammenhang ich „lustig“ gesagt habe. So kann ich dir auch nicht speziell darauf antworten.

Aber was du über diesen jungen Mann schreibst … darum genau geht es, liebe Freundin. Das sind alte christliche Wege, zu trauern, wenn jemand seinen Körper verlässt. In meiner Weltsicht ist das alles ganz anders.

Die Welt ist ein Mysterium – warum jemand zu einem bestimmten Zeitpunkt seinen Körper verlässt, weiß man als Außenstehender nicht.

Aber es ist keine Katastrophe!

Liebe Freundin. Eine völlige Neuorientierung in Bezug auf Tod und Trauer wäre hilfreich, für uns alle.

Dein Freund könnte wahrscheinlich auch entspannter seinen Weg in die Mysterien fortsetzen, wenn ihn nicht Leute wie du daran hindern würden, weil sie ihm nachweinen (tust du das?), statt ihm ein gutes Farewell von Herzen zu wünschen.

Lustig mit dem Tod umzugehen – warum nicht? Warum ihn schwer und ernst und bedrückend ansehen? Zu dem Schmerz und der Trauer aller Beteiligten beitragen? Was sich in dir daran sträubt ist deine christliches Konditionierung.

Nun, aber das ist verständlich – auch ich habe diese Prägungen noch ein wenig in mir und es bedarf der konstanten Aufmerksamkeit, sie zu überwinden, so tief geht sie.

Das ist der rebellische Ansatz von Osho: Alles zu feiern. Alles. Auch den Tod deines jungen Freundes. Give him a beautiful send-off.

Einen lieben Gruß an dich

Pakhi

Antwort von der Freundin:

Liebe Pakhi, jetzt muss ich richtig lachen! Du bist wirklich klasse!

Alles Liebe dir

Still sitzen
nichts tun
der Frühling kommt
und das Gras wächst von alleine

Basho

Gesang aus dem No-Mind
In Ehrerbietung an das Mysteriöse

Was ist Meditation?

Meditation bedeutet:

  • Sanftes Zuschauen des Körpers, der Gedanken und Gefühle
  • Zeuge sein von ihnen
  • ein Spiegel Sein von dem was ist
  • nicht zu Bewerten

Und:

  • Tiefe Entspannung im Inneren
  • Leichtigkeit
  • Nichts Tun


Das bedeutet Meditation.

» mehr darüber lesen, was Meditation ist

Nach innen wenden

Meditation heißt, sich nach innen zu wenden. Tief nach innen zu gehen, in den Bauch, in das Zentrum. Dort findet sich eine wache Klarheit, awareness, die wir sich ausbreiten lassen, überall hin in unser Sein.

Diese Klarheit ist unser Leben. Sie ist unsere Schönheit, unsere Stille. Der Körper ist nur eine Hülle, die Gedanken sind nur Luftblasen und die Gefühle sind nur verklebte Anhänglichkeiten. Die wache Klarheit in unserem Zentrum dagegen ist das reine Leben. Unser Leben. Aus ihm entspringt alles.

Das Mysterium
von Meditation

Wenn wir nach innen gehen,  
in Meditation,  
tief in unseren Bauch,  
in die Mitte unseres Bauchs,  
kommen wir zu unserem Zentrum. 

Wir begegnen unserem Mysterium. 

Es ist ein Raum, ein Space, 
der unbegrenzt ist.
Der weite Himmel,
so klar und weit
und innen.

Dieses Mysterium von Meditation
öffnet alle Wunder
unserer Existenz.

Unser Leben klärt sich,
unsere Natur kommt zum Vorschein,
unsere ursprüngliche Originalität
zeigt sich,
und wir erblühen darin.

Im Alltag zeigt sich dieses Erblühen
durch mysteriöse Geschehnisse.
Alles harmonisiert sich,
im Innen wie im Außen.

Das Leben wird einfach
und unkompliziert.
Und schon einem Vogel zuzuschauen,
bringt uns in Glück und Wohlbefinden.

Das Mysterium von Meditation
wirkt unspektakulär.
Alles ist so wie es ist,
in seiner Schönheit
und Einfachheit.

Und es bringt
große Freude,
große Klarheit,
und große Stille,
Erfüllung.

Was immer wir sind,
unsere ursprüngliche Natur
kommt zum Vorschein

Und wir beginnen zu leben,
was wir sind.

Was es ist, 
weiß ich nicht;
aber mit Dankbarkeit
fallen meine Tränen.

Saigyo