Tun, tun, tun

Der Kuckuck ruft –
es gibt nichts besonderes zu tun,
für die Klette auch nicht.

Issa

Tun, tun, tun,
wir leben in konstanter Aktivität.
Es wurde uns gesagt,
dass, wenn wir nichts tun,
wir das Leben verpassen.
Aus uns wird nichts werden.

Und dass wir unser Leben versäumen,
wenn wir nichts tun.
Eine große Bedrohung überschattet uns,
eine große Angst kommt auf,
dass wir das Leben nicht richtig leben,
wenn wir in Meditation sind.

Dabei öffnen sich die Mysterien,
wenn wir nichts tun.
Wir entfalten uns,
so wie es unserer Natur entspricht.
Wie eine Knospe können wir darauf warten,
zu erblühen.
Dazu braucht es kein Tun,
sondern Geduld und Entspannung.

Das heißt nicht, dass wir träge werden,
nein, wir sind wach und aufmerksam
in unserem Nichtstun.
Vertrauensvoll warten wir ab,
was an spontanen Impulsen hochkommt.
Wir bleiben handlungsfähig.
Notwendige Handlungen vollbringen wir
bewusst und wach.

Aber das Rennen, die konstante Aktivität,
lassen wir los.
Loslassen ist der Schlüssel.
Nichtstun, abwarten, entspannen.

Und dann ist das Leben ein Genuss.
Haben wir erst einmal
unsere Ängste überwunden,
bringt uns das Innehalten
in unsere ureigene Natur.
Das Mysterium der Meditation
erfüllt uns mit Glückseligkeit.

„Geh nirgendwohin.
Geh nach Innen,
in dein Inneres.
Und dort findest du dein Paradies,
deine Weisheit,
dein ewiges Leben.“

Osho, From Death to Deathlessness #31
Gesang aus dem No-Mind
in Ehrerbietung an das Mysteriöse