Die Vögel sind am Himmel verschwunden,
Li Bo
und nun zieht auch die letzte Wolke davon.
Wir sitzen zusammen,
der Berg und ich,
bis nur noch der Berg übrig bleibt.
Wir sind nur der Zeuge.
Von allem, was geschieht,
sind wir der Zeuge.
Der Zuschauer.
Das ist die Wahrheit.
Deshalb, wenn wir sagen,
dass WIR hungrig sind,
dann ist das nicht die Wahrheit.
Eigentlich müssten wir sagen:
Da ist Hunger,
der Körper ist hungrig.
Wenn wir ärgerlich, gierig oder se*uell sind,
ist das nicht wahr.
Wir müssten sagen:
Da ist Ärger,
da ist Gier,
da ist Se*ualität.
Nicht wir sind es,
der Zuschauer sieht es stattdessen.
Da ist eine ganz natürliche Distanz.
Der Zeuge ist nicht identifiziert
mit dem, was geschieht.
Er ist wie ein Spiegel,
der alles widerspiegelt,
ohne dabei betroffen oder berührt zu sein.
Eine Distanz wird geschaffen
durch den Spiegel.
So können wir die Dinge sehen,
und brauchen uns nicht
mit ihnen zu identifizieren.
Der Zeuge lässt alles zu,
lässt die Wut, die Eifersucht,
das Elend,
und auch die Liebe, die Freude
und die Wohltat zu,
ohne sich einzumischen.
Er hat diese Distanz
zu den Gefühlen, Gedanken
und dem Körper.
So kann geschehen,
was will,
der Zeuge bleibt immer unbeteiligt.
Sich das klar zu machen,
es zu verstehen,
ist ein großes Glück,
ist eine Befreiung.
„Sei ein Zuschauer.
Osho
Vergiss einfach,
dass du ein Macher bist,
und nach und nach
wird alles so schön und anmutig
zur Ruhe kommen,
dass du es nicht glauben kannst,
wenn du es nicht selbst erlebt hast.“
Gesang aus dem No-Mind
in Ehrerbietung an das Mysteriöse
