Sensitiv sein

Ein Blitz!
Der Klang des Taus,
der an den Bambusstangen
herabtropft.

Buson

Wo ist unsere Sensitivität geblieben?
Als Kind waren wir zutiefst sensitiv.
Doch das Toilettentraining kontrollierte uns
in allen Bereichen.
Auch fand eine Unterdrückung des S*x statt.
Wir wurden zutiefst unsensibel
und beherrscht.

Nun im Erwachsenenalter,
kämpfen wir um unser Überleben.
Da ist keine Energie für das Subtile.
Im Gegenteil: Je grober wir sind,
desto eher können wir uns
in der Welt durchsetzen.

Aber das hat seinen Preis.
Wir haben unsere Natürlichkeit verloren.
Unsere Unschuld, Kindlichkeit
und unser Wesen …
all das haben wir aufgegeben.

Anfangs ist es schwierig,
die Kontrolle und Unterdrückung
aufzugeben.
Doch haben wir einmal erkannt,
dass sensitiv sein den größten Wert hat,
lassen wir die Empfindsamkeit zu.

Es erfordert Mut,
zu sich zu stehen
und aufmerksam auf
die feinen Energien zu sein.

Wir sind dann nicht mehr so effizient,
und wir bekommen Schwingungen mit,
die vielleicht nicht angenehm sind.

Das Mysterium der Meditation schlüsselt
die unterdrückten Gefühle auf.
Und wir erheben uns aus dem Sumpf
der kontrollierten Energien.
Wir werden wieder natürlich, empfindsam
und sensitiv.

Das führt zu einem erfüllten Leben.
Feinfühligkeit ist der Schlüssel dazu.
Glückseligkeit findet statt
in einem sensiblen Körper.
Und der bringt eine Harmonie mit sich,
die sich über alle Bereiche ausbreitet.

„Was soll man also praktizieren?
Immer mehr gelassener zu werden.
Immer mehr im Hier und Jetzt zu sein.
Immer mehr im Handeln zu sein
und immer weniger in Aktivitäten. 

Immer mehr hohl, leer, passiv zu sein. 

Immer mehr ein Zuschauer zu sein – 

gleichgültig, nichts erwartend, nichts begehrend.
Mit sich selbst glücklich zu sein,
so wie man ist. 

Feiernd zu sein.“ 


Osho, Tantra: The Supreme Understanding #4
Gesang aus dem No-Mind
in Ehrerbietung an das Mysteriöse